Die Antispeziesistische Aktion Freiburg veranstaltet – mit freundlicher Unterstützung des U-Asta der Uni Freiburg – im Rahmen der Buchvorstellungsreise von Will Potter zu “Green is the New Red” die Vorstellung und Vorlesung in der Universität Freiburg am 8. Juni. Beginn der Verantsltung ist 18:30 und sie wird in Hörsaal 1098 stattfinden.

Wir freuen uns über euer Interesse und über zahlreiches Kommen!

Es folgt der Ankündigungstext für die Tour:

 

Green is the New Red

Die Ökologie- und Tierbefreiungsbewegung im Fadenkreuz von Staat und Kapital

3. – 14. Juni 2012: Der US-amerikanische Journalist und Autor Will Potter auf Tournee durch Deutschland, Österreich und die Schweiz.

In den USA und zunehmend in Europa gerät die Ökologie- und Tierbefreiungsbewegung ins Fadenkreuz der Staatsapparate und Chef-Etagen der Konzerne. Der freie Journalist, Autor und Betreiber des Informationsportals greenisthenewred.com Will Potter aus Washington D.C. zeigt in seinem 2011 publizierten Buch Green is the New Red anhand langjähriger Recherchen zur Geschichte der US-amerikanischen Ökologie- und Tierrechtsbewegung, wie ein Netzwerk aus staatlichen Behörden, Medien, Interessenverbänden, Think Tanks und Unternehmen zum konzertierten Schlag gegen den „number one domestic terrorism threat“ (FBI) ausgeholt hat.

Mit vereinten Kräften geht es – ganz im Sinne westlicher „Sicherheits“-Doktrinen – mit einem Bündel aus medialen, rechtlichen, politischen und ökonomischen Kampagnen und Maßnahmen gegen jene „grünen“ Bewegungen vor, die sich nicht mit einem „Green New Deal“ abspeisen lassen wollen. Während die Washington Post sie öffentlich zur „eco-al-Quaeda“ stempelt und das FBI nach „eco-terrorists“ fahndet, diktieren Lobbygruppen der Fleisch- und Holzindustrie den US-Regierungen Gesetze in die Feder, die aus legalem politischem Protest Verbrechen machen. AktivistInnen schmoren unterdessen im Land von Freiheit und Demokratie ohne Kontakt zur Außenwelt in einem Sondergefängnis, das nicht zu Unrecht den Beinamen „Klein-Guantanamo“ trägt.

Die Repressalien in der westlichen Welt treffen heute – wie einst die „roten“ demokratischen und sozialistischen Bewegungen – nahezu jeden Versuch oppositioneller Praxis, gleichgültig wie qualifiziert er ist, und jeden noch so zögerlichen Widerstand, der den kapitalistischen Betriebsablauf nur geringfügig stört.

Will Potter kritisiert aber nicht nur die Reaktionen der politischen Klasse und wirtschaftlichen Eliten auf die erfolgreichen Strategien der Ökologie- und Tierbefreiungsbewegung, die an den Grundfesten eines Systems rütteln, das vor allem eine gigantische Aktiengesellschaft zur Ausbeutung der Natur ist. Er dokumentiert mit seiner Arbeit auch den Prozess der autoritären Anpassung westlicher Demokratien an die Erfordernisse einer krisenhaften, von gewalttätiger Konkurrenz und Klassenherrschaft getriebenen kapitalistischen Gesellschaftsordnung.

VERANSTALTUNGEN

3. Juni 2012 – Hamburg
Restaurant LEAF, Eulenstraße 38, Hamburg-Altona
Beginn: 19.30 Uhr
Veranstalter: Assoziation Dämmerung
Kontakt: assoziation.daemmerung (at) gmail.com

4. Juni 2012 – Bremen
Villa Ichon, Goetheplatz 4, Bremen
Beginn: 19.30 Uhr
Veranstalter: Ermittlungsausschuss Bremen
Kontakt: eabremen (at) nadir.org

5. Juni – Dortmund
Kulturhaus Taranta Babu, Humboldtstraße 44 / Ecke Amalienstraße
Beginn: 19.30 Uhr
Veranstalter: Projektbündnis gegen den Green Scare Ruhrgebiet
Kontakt: greenscarepott (at) yahoo.de

6. Juni – Düsseldorf
Linkes Zentrum, Hinterhof, Corneliusstraße 108
Beginn: 19 Uhr
Veranstalter: Veganer Fortschritt
Kontakt: info (at) veganer-fortschritt.de

8. Juni – Freiburg
KG I der Universität Freiburg, Raum HS 1098
Eingang Werthmannplatz, Freiburg
Beginn: 18.30 Uhr
Veranstalter: Antispe Freiburg
Kontakt: antispe.freiburg (at) immerda.ch

9. Juni – Tübingen
Fichtehaus (Saal)
Herrenberger Str. 40, Tübingen
Beginn: 20 Uhr
Veranstalter: Antispeziesistische Aktion Tübingen
Kontakt: antispetue (at) arcor.de

10. Juni – Zürich
Volkshaus Zürich
Stauffacherstrasse 60, Zürich
Beginn: 19 Uhr
Veranstalter: Tierrechtsgruppe Zürich
Kontakt: trgzh (at) immerda.ch

11. Juni – Wien
Depot
Breite Gasse 3, Wien
Beginn: 19 Uhr
Veranstalter: Basisgruppe Tierrechte (BaT)
Kontakt: info (at) basisgruppe-tierrechte.org

12. Juni – Innsbruck
Uni Innsbruck
Hörsaal 7, Innrain 52e, EG
Beginn: 19 Uhr
Veranstalter: LIFE/ Förderung durch die ÖH Innsbruck

14. Juni – Berlin
Institut für Sozialwissenschaften
Humboldt-Universität zu Berlin, Universitätsstraße 3b (genauer Raum wird ausgeschildert)
Beginn: 19 Uhr
Veranstalter: Berliner-Tierbefreiungs-Aktion
Kontakt: info (at) berta-online.org

BIOGRAPHIE VON WILL POTTER

Will Potter (USA) ist ein unabhängiger Journalist aus Washington D.C., der für seine Arbeiten mehrfach ausgezeichnet wurde. Er befasst sich vor allem mit „Ökoterrorismus“, der Ökologie- und Tierrechtsbewegung sowie den Einschränkungen der bürgerlichen Freiheitsrechte nach 9/11. Will schreibt für diverse Zeitungen und Zeitschriften, darunter The Chicago Tribune, The Dallas Morning News und das Journal Vermont Law Review, und hat bei Anhörungen des US-amerikanischen Kongresses über seine Berichterstattung Zeugnis abgelegt. Er ist Urheber der Internetseite GreenIsTheNewRed.com und Autor des Buches Green is the New Red, das bei City Lights Books erschienen ist.

 

MEDIA

Informationen zu Will Potters Projekt Green is the New Red und seiner journalistischen Arbeit.

 

Liebe Leute,

am 17. April 2012 will das Amtsgericht Celle eine Aktivistin bestrafen, die sich gegen die Schlachtfabrik in Wietze einsetzt.
Im Sommer 2010 war der Bauplatz für diese Hühner- Schlachtfabrik knappe drei Monate besetzt. Jetzt soll die Aktivistin blechen, weil sie diesem blutigen Plan bei der Räumung des Geländes durch die Polizei nicht freiwillig Platz gemacht habe.
Den seltsamen Betrag von 222, 63 Euro wollte sie nicht einfach bezahlen und legte deshalb Einspruch gegen den Ordnungswidrigkeitsbescheid ein. „Ich will keine Gesetze akzeptieren, die einer kapitalistischen Wertelogik folgen, bei der der Profit und Eigentum alles zählen und das Individuum, das Leben und die Bedürfnisse Einzelner nichts. Das wird hier ja ziemlich deutlich: Menschen, die gegen die Schlachtfabrik aktiv sind sollen bestraft werden, während dieses mörderischee Vorhaben ermöglicht wurde.“ So die Aktivistin.
Inzwischen ist das umstrittene Gebäude in Betrieb, allerdings nur zu einem Viertel ausgelastet. Von 420 geplanten neuen Mastanlagen existieren gerade einmal ein knappes Dutzend. Dies ist dem vielfältigen Protest zu verdanken, der von direkten Aktionen wie Sabotage über Öffentlichkeitsarbeit bis hin zu juristischen Wegen geht. Die Wirkung des Widerstands scheint die Akteur_innen zu schmerzen.
„Hier übernimmt der Staat seine Funktion, die kapitalistischen Eigentumsverhältnisse zu wahren. Die Lebewesen und die zu ihrer Ermordung benötigten Maschinerien gelten laut Gesetz als Eigentum des Unternehmens und die Justiz sorgt dafür, dass dies auch so bleibt. Dafür soll der Widerstand durch staatliche Einrichtungen wie Justiz und Polizei gewaltsam auf ein Maß eingedämmt werden, welches diesen Zustand nicht gefährdet. Das werden wir nicht akzeptieren!“ so Nepumuk, ein Freund der Angeklagten.
Deshalb wäre ein buntes „Publikum“, das den Prozess auch gerne mitgestalten kann, wunderbar.
Die Justiz möchte Einzelne herausgreifen und mürbe machen- lassen wir das nicht einfach geschehen, sondern tragen wir unseren Widerstand gemeinsam in die Gerichtssäle!…

Eckdaten
Datum: 17 April 2012
Uhrzeit: 11:30
Wo: Amtsgericht Celle/ Saal 124
Mühlenstr. 8
29221 Celle

partyflyer

Wir laden alle tanzwütigen und interessierten Menschen dazu ein gemeinsam mit uns für eine befreitere Gesellschaft für Alle die Tanzbeine zu schwingen!

Anfangen wird das Spektakel mit Kleinkunst von Faulenza (akkustisches Punksongwriting) und Paul Blume (akkustischer Emo-Jazz). Anschließend dann weitere Live-Musik mit den legendären und Sagen-umwobenen Kafkas (Punkrock, Indy, Pop aus Fulda)! Das einzige Konzert der Band in dieser Region. Live und in Farbe! Wer das verpasst verpasst was!

Oliver Uschmann über die Kafkas: “Es gibt Bands, die reifen von rotzigen Rebellen zu seriösen Sentimentalisten heran. Von Renitenz zu Raiffeisenbank. Nicht so die Kafkas. Sie werden erwachsen, ohne aufzugeben. Sie schreiben plötzlich Songs, so horizontweit wie die Weakerthans, sogar verspielt und bastelfreudig. Sie offenbaren persönliche Gefühle. Sie gehen ans Herz. Und trotzdem haben sie noch den Zorn, den die einen dauerjugendlich und die anderen prinzipientreu nennen. Wie das Tagebuch eines Aktivisten, der endlich anfängt, sich auch um sich selbst zu kümmern, seine Sache dafür aber nicht vergisst. Aufwühlend und anders.”

Nach den Konzerten geht die Party weiter mit unterschiedlichen DJ_anes, die für euch eine Mischung aus *-Punk, Ska, Dub, Indy, und und und auflegen (unter anderem ist Sefaar am Start)!

Samstag 03.03.2012

Ab ca. 21:30

Ort:

Autonomes Kultur-Zentrum

KTS

Baslerstr. 103

79100 Freiburg

(Keine Parkmöglichkeiten)

 

Also kommt alle und tanzt bis die Ketten brechen!

Für eine Gesellschaft ohne Knast und Käfige!

Für die Befreiung von Mensch und Tier!

Antispeziesistische Aktion Freiburg

http://freiburg.antispe.org/

http://www.sklavenautomat.de/

http://www.paulblume.blogsport.de/

http:/www.faulenza.blogsport.de

Die Warenhauskette KAUFHOF hatte 2006 bekannt gegeben, auf die Verwendung von Echtfellprodukten zu verzichten. Während sich das Unternehmen in den vergangenen Jahren an diese Selbstverpflichtungen hielt, wurden in diesem Winter Kaninchenfelle in den Filialen angeboten. Es handelte sich hierbei nicht um Fehlorderungen oder ähnliches, sondern um die anscheinend bewusste Entscheidung wieder Pelz ins Sortiment mit aufzunehmen. Dies wurde der Offensive gegen die Pelzindustrie (OGPI) in einer Stellungnahme erklärt. Der Konzern macht sich damit erneut zum Erfüllungsgehilfen der Pelzindustrie. Das werden wir nicht akzeptieren.

KAUFHOF betreibt in Deutschland über 80 Warenhäuser und ist Teil der Metro AG. Kaufhof erklärte 2006 unmittelbar nach dem Ausstieg von P&C West und P&C Nord den Ausstieg aus dem Pelzhandel. Kaninchenfelle wurden explizit mit eingeschlossen, wie ein Unternehmenssprecher 2007 in einer Stellungnahme an die Offensive ausdrücklich versicherte. Nachdem in diesem Winter Kaninchenfelle im Bekleidungssortiment gefunden wurden, forderte die Offensive gegen die Pelzindustrie in einem Schreiben den Verzicht auf die Verwendung von Echtfellen. Eine Unternehmenssprecherin verteidigte jedoch die Unternehmenspolitik. Kaninchenfell sei ein Abfallprodukt der Fleischproduktion, so die an Zynismus kaum zu übertreffende Begründung für die Beteiligung am Pelzhandel. Die Argumentation, nach der es gerechtfertigt sei, Kaninchenfelle zu nutzen, da die betroffenen Tiere für die Fleischproduktion gehalten und getötet werden, entbehrt nicht nur jeder Grundlage, sondern sie ist im Hinblick auf die Gefangenhaltung und massenhafte Tötung in den „Pelzfarmen“ ein Ausdruck der Verachtung gegenüber nicht-menschlichen Individuen.

Auch GERRY WEBER, deutscher Bekleidungshersteller mit Verkaufsfilialen in ganz Europa, plante „Pelz“, ebenfalls in Form von Kaninchenfellen, wieder in das Sortiment seiner Kollektionslinien aufzunehmen. Nachdem die Offensive das Unternehmen aufforderte, diese Entscheidung zurückzunehmen und Aktivist_innen in Bielefeld mehrere Wochen lang Proteste organisierten, teilte GERRY WEBER der Offensive mit, dass sofort alle Echtfellprodukte aus dem Sortiment genommen werden und in Zukunft nur noch Fellimitate in den Kollektionen eingesetzt werden. Dies zeigt ein weiteres Mal, dass Proteste gegen den Pelzhandel von Seiten der Unternehmen ernst genommen werden und erfolgreich sein können. Es gilt nun also, auch KAUFHOF dazu zu bewegen, jeglichen “Pelz” wieder aus dem Sortiment zu nehmen. Denn es liegt keineswegs im Interesse der betroffenen Tiere in Gitterkäfigen gefangen gehalten und nach nur wenigen Monaten getötet zu werden, um ihre Felle zu „Pelz“ zu verarbeiten.

Werdet aktiv!

Die Offensive gegen die Pelzindustrie ruft daher am 24. und 25. Februar zu Aktionstagen gegen den Pelzverkauf bei KAUFHOF auf. Mit entschlossenen Aktionen werden wir dem Unternehmen eine nicht überhörbare Entscheidungshilfe geben, die Verwendung von Pelzprodukten unverzüglich wieder zurück zu nehmen. Beteiligt euch zahlreich an den Aktionstagen. Organisiert Protestkundgebungen bei euch vor Ort oder bringt euren Unmut der Unternehmenspolitik gegenüber in anderer Form zum Ausdruck. In Kürze findet ihr schwarz-weiß-Flyer zum Selbstausdrucken auf der Homepage der Offensive. Außerdem findet ihr unten eine Liste aller Filialen des Unternehmens in Deutschland. Fordert KAUFHOF zudem per E-Mail auf, den Pelzhandel sofort zu beenden, Kontaktadressen des Unternehmens sind u.a. info@galeria-kaufhof.de und service@galeria-kaufhof.de.

Falls KAUFHOF in den kommenden Wochen keinen uneingeschränkten Verzicht auf Pelzprodukte erklärt, wird das Unternehmen mit langandauernden Protesten rechnen müssen. Wir werden darüber hinaus der gesamten Bekleidungsindustrie unmissverständlich verdeutlichen, dass es eine Beteiligung am Pelzhandel ihrerseits ohne unseren Widerstand nicht geben wird. Die Kampagnen gegen Karstadt, Peek&Cloppenburg und Escada haben gezeigt, dass die Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung entschlossen ist, den Pelzhandel ein für alle mal abzuschaffen.

Für die Befreiung der Tiere!

Aktuelle Infos:

http://offensive-gegen-die-pelzindustrie.net/wordpress/

Aufruf zur Demo gegen Abschiebungen und rassistische Politik  am Samstag 11. Februar 2012 um 13.00 Uhr (Johanneskirche in Freiburg)

Diskriminierung bzw. die systematische Benachteiligung von Menschen hat in Deutschland ein historisches und politisches Fundament. Die Benachteiligung im Bildungssystem und bei Jobchancen, institutioneller Rassismus und Alltagsrassismus, Rechtsextremismus, Islamophobie und Antisemitismus sind deutsche Normalzustände die nicht länger geduldet werden dürfen. Dem deutschen Wahnsinn entgegen! Keine weiteren Abschiebungen. Keine Residenzpflicht. Kein Asylbewerberleistungsgesetz.    Die Antispeziesistische Aktion Freiburg (ASA) ruft alle emanzipatorischen Kräfte auf Migrant_innen und Flüchtlinge bei ihren Kämpfen zu unterstützen.

 

Aufruf zur Demo gegen Abschiebungen und rassistische Politik

am Samstag 11. Februar 2012 um 13.00 Uhr (Johanneskirche in Freiburg)

An vielen Orten in ganz Deutschland wehren sich Flüchtlinge mit Streiks und Protesten gegen
unerträgliche Lebensbedingungen. Im Jahr 2010 haben sich allein in Bayern über 500 Flüchtlinge an
Hungerstreiks und Essenspaketboykotten beteiligt. In Thüringen haben Flüchtlinge durch ihren massiven Protest die Schließung des Isolationslagers Katzhütte erzwungen. In Mecklenburg-Vorpommern wurden die menschenunwürdigen Zustände im Lager Horst durch einen Hungerstreik an die Öffentlichkeit gebracht. Dies sind nur einige Beispiele für die Flüchtlingskämpfe im gesamten Bundesgebiet.

Die Antispeziesistische Aktion Freiburg (ASA) ruft alle emanzipatorischen Kräfte auf Migrant_innen und Flüchtlinge bei ihren Kämpfen zu unterstützen.

Dem deutschen Wahnsinn entgegen!

Flüchtlinge werden in Deutschland in Lagern isoliert und fristen unter unsäglichen Bedingungen ihr Leben hinter Mauern und Gittern. Für einen Großteil der diskriminierenden Lebensbedingungen gegen Flüchtlinge ist das Asylbewerberleistungsgesetz verantwortlich. In diesem repressiven Gesetz ist festgeschrieben, dass Flüchtlinge in Deutschland unter erbärmlichen Bedingungen in Flüchtlingslagern leben müssen, von Sachleistungen der Behörden abhängig gemacht werden, keinen ausreichenden Zugang zu Gesundheitsversorgung haben und gezwungen sind, von niedrigeren Leistungssätzen zu leben, als deutsche Sozialleistungsempfänger, die ohnehin schon mit einem menschenunwürdigen Betrag auskommen müssen. Die Abhängigkeit der Flüchtlinge von minimalen Sozialleistungen wird darüber hinaus gesetzlich durch Arbeitsverbote und nachrangigen Arbeitsmarktzugang zementiert, zudem wird der Zugang zu Deutschkursen, Bildung und Ausbildungsmöglichkeiten systematisch erschwert. Gleichzeitig wird Flüchtlingen das Menschenrecht auf Bewegungsfreiheit durch die so genannte „Residenzpflicht“ aberkannt. Die „Residenzpflicht“ steht in der Tradition der deutschen Vorschriften in den kolonisierten Ländern und der nationalsozialistischen Polizeiverordnung von 1938.

Diese und weitere rassistische Gesetze bilden gemeinsam einen Gesetzeskomplex der Unterdrückung, Isolation und des sozialen Ausschlusses. Ziel dieser staatlich verordneten Ausgrenzung ist es, Flüchtlinge leichter abschieben zu können und Menschen abzuschrecken, überhaupt erst nach Deutschland zu kommen.

Lasst uns endlich Schluss machen mit diesen Zuständen. Schluss mit dem deutschen Wahnsinn!

Das Asylbewerberleistungsgesetz und die Residenzpflicht müssen sofort abgeschafft werden.

Wir dürfen die Diskussion über die Lebensbedingungen von Flüchtlingen nicht länger irgendwelchen Parteien und selbsternannten Expert_innen überlassen. Bewegungsmöglichkeiten und Entscheidungsfreiheit sind Menschenrechte und nicht verhandelbar.

Zu den gesetzlich bedingten, erbärmlichen Zuständen in deutschen Flüchtlingslagern kommt die ständige Bedrohung durch Abschiebungen. Diese Praxis deutscher bzw. europäischer Politik ist an Menschenverachtung kaum zu übertreffen. Nicht selten begehen Flüchtlinge aus Angst vor einer bevorstehenden Abschiebung Selbstmord. Abschiebungen treiben und schicken Menschen in den Tod. Schluss damit!

Wer es geschafft hat in die Festung Europa zu gelangen ist weder sicher vor (staatlicher-) Gewalt noch geschützt bezüglich elementarer Menschenrechte wie Leben und körperlicher Unversehrtheit. Das Gegenteil ist der Fall. Auffanglager an den EU-Außengrenzen, Abkommen mit totalitären Regimen zur Flüchtlingsabwehr und Grenzsicherungsprogramme wie „Frontex“ treten Menschenrechte mit Füßen.

Die deutsche Migrationspolitik ist stets an ökonomischen Aspekten orientiert und Menschen die wirtschaftlich nur schwer nutzbar sind sind unerwünscht. Die Abschaffung des Asylrechts 1993 und der Aufbau einer Festung Europa verstärken diese rassistischen Tendenzen. Mit daraus resultierend ist die Zahl der Asylbewerber_innen in Deutschland in den vergangenen 20 Jahren um 90% zurückgegangen. Tausende Menschen leben als Illegalisierte in kaum vorstellbaren Zuständen. Diskriminierung bzw. die systematische Benachteiligung von Menschen hat in Deutschland ein historisches und politisches Fundament. Die Benachteiligung im Bildungssystem und bei Jobchancen, institutioneller Rassismus und Alltagsrassismus, Rechtsextremismus, Islamophobie und Antisemitismus sind deutsche Normalzustände die nicht länger geduldet werden dürfen.

Gleiche Chancen für ALLE! Menschenrechte für ALLE!

Keine weiteren Abschiebungen. Keine Residenzpflicht. Kein Asylbewerberleistungsgesetz.

Aus einer generellen und radikalen Herrschaftskritik heraus solidarisiert sich die Antispeziesistische Aktion Freiburg mit den von staatlicher Repression betroffenen Migrant_innen. Antispeziesismus lehnt jede Herrschaft ab. Besonders offen verachtend zeigt sich die Herrschaft staatlicher Behörden, wenn es um die Behandlung von sogenannten Menschen mit Migrationshintergrund bzw. Migrant_innen geht. Die staatliche Gewalt greift dabei in die elementarsten Lebensbereiche von Menschen ein. Lagerhaft und Abschiebungen sind nur zwei Auswüchse staatlicher Willkür. Die Schaffung von Grenzen und die Konstruktion von Nationalitäten ist menschenverachtend und dient der bloßen Ausübung von Herrschaft und Gewalt. Wie auch im Speziesismus wird  im Rassismus das “schlechte Andere” (sogenannte “Ausländer_innen”, “das Tier”) vom “guten Gleichen” (“die Deutschen”, “der Mensch”) diskriminiert und ausgebeutet. In diesem Staat bleiben rassistisch motivierte Morde oft ohne rechtliche Verantwortung, wie der Fall von Oury Jalloh  oder die Mordwelle sogenannter Rechtsterrorist_innen zeigt.

 

Die Antispe Freiburg lehnt Konstrukte wie Staat, Nation und Volk grundsätzlich ab. Wir lehnen jede Herrschaft von der Wurzel her ab und bekämpfen die permanenten Versuche der Unterdrückung durch staatliche und wirtschaftliche Organe.
Herrschaftsmechanismen können nicht isoliert betrachtet werden. Unsere Herrschaftskritik richtet sich deshalb nicht nur gegen Einzelphänomene wie Abschiebungen, Illegalisierung und Verfolgung von Menschen oder rassistische Politik und sexistisches Verhalten, sondern gegen Herrschaftsstrukturen allgemein. Die Herrschaftsstrukturen des Speziesismus müssen unserer Ansicht nach deshalb genauso grundsätzlich bekämpft werden wie alle anderen.
Die Antispeziesistische Aktion Freiburg ruft alle auf, gegen Abschiebungen aktiv zu werden und sich an der Demonstration am Samstag 11.02.2012 in Freiburg zu beteiligen.

Tag X plus eins, Tag X minus eins.

Herrschaft und Gewalt bekämpfen im Großen und im Detail!
Gegen Käfige, gegen Knäste, gegen Lagerhaft!

Für die Befreiung von Mensch und Tier!
Antispeziesistische Aktion Freiburg

http://freiburg.antispe.org/

Aktuelle Infos zur Demo:

http://www.aktionbleiberecht.de/

Die Antispeziesistische Aktion Freiburg unterstützt den folgenden Aufruf der Berliner Tierbefreiungs-Aktion zum Polizeikongress am 28.01.2012 in Berlin:

Unseren Unmut über die zwei Kongresse (Polizeikongress und urban-operations conference) wollen wir durch die Teilnahme an der Demo gegen den Polizeikongress zum Ausdruck bringen und dabei den Gedanken der Tierbefreiung mit einbringen.

Wir verstehen die Tierbefreiungsarbeit im Sinne der Intersektionalität als Teil des Kampfes gegen verschiedenste Herrschaftsformen und für eine emanzipatorische Gesellschaft. Jede Form von Herrschaft gilt es anzugreifen und zu zerschlagen!

Wir solidarisieren uns mit allen Betroffenen staatlicher Repression, die sich für eine herrschaftsfreie Gesellschaft einsetzen.

Seit einigen Jahren rückt auch die Tierbefreiungsbewegung verstärkt in den Fokus staatlicher Repression. Ein Beispiel dafür ist der österreichische §278a-Prozess gegen 13 Aktivist_innen, der sich über ein Jahr hingezogen hat und auch nach einem vorläufigen Freispruch noch nicht beendet ist. Nach der Aufarbeitung der Geschehnisse durch einige der Aktivist_innen und Unterstützer_innen lassen sich viele Parallelen zu dem §129a-Verfahren gegen Axel, Oliver, Andrej und Florian vor einigen Jahren vor einem deutschen Gericht erkennen.

Doch nicht nur in Österreich und Deutschland hetzt der staatliche Repressionsapparat gegen Tierbefreier_innen. Das „Phänomen des Tierrechtsextremismus“ ist ein grenzüberschreitendes. So kam es im vergangenen Jahr zur Gründung der so genannten „joint forces against violent animal rights extremists“, einer Sondereinheit der Europol. Zu eben jener Sondereinheit zählen neben rund 58 Mitarbeiter_innen von Europol und Eurojust auch etliche, nicht näher genannte „Experten_innen“ privater Unternehmen, die sich anscheinend durch aktive Tierbefreiungsarbeit bedroht sehen.

Neben den Repressionen, die von der Polizei ausgehen, wollen wir mit unserer Teilnahme an der Demonstration auch die Arbeitsweise dieser kritisch thematisieren. Menschen ist zumeist die Möglichkeit gegeben, mit der Staatsmacht nicht zu kommunizieren. Nichtmenschliche Tiere haben diese Wahl nicht. Sie werden von der Polizei instrumentalisiert und auf Grund spezieller Eigenschaften ausgebeutet. Der Einsatz von Pferden in Reiter_innenstaffeln, sogenannten „Schutzhunden“ sowie Drogen- und Sprengstoffspürhunden hat nicht im Entferntesten etwas einem freiwilligen und selbstbestimmten Verhalten dieser zu tun. Zudem bedeutet der Einsatz von Pferden und Hunden auf Demonstrationen und in anderen lauten, aufgeheizten und/oder gefährlichen Situationen für diese enormen Stress. Dass Polizeibeamt_innen diese Tiere zuweilen in solchen Momenten ernsthafter Gefahr aussetzen, ist ebenso nicht zu tolerieren wie Angriffe auf Leib und Leben menschlicher Tiere, welche für eine befreite Gesellschaft kämpfen.

Wir sind gegen Gitterstäbe und Unterdrückung, egal ob in der Legebatterie, der GeSa, dem Stall oder im Knast!

[BerTA] Berliner-Tierbefreiungs-Aktion

Die Antispeziesistische Aktion Freiburg unterstützt den folgenden Aufruf zur Demo gegen die Messe “Reiten – Jagen – Fischen” in Erfurt. Auszerdem rufen wir dazu auf gegen jegliche (Tier-)Ausbeutung aktiv zu werden! Kein Pferd will geritten, kein Reh gejagt und kein Fisch gefangen werden!

Also denkt euch was aus -auch bei euch in der Gegend- und macht aufmerksam auf die Misstände in der Gesellschaft!

Für die Befreiung von Mensch und Tier!

Antispe Freiburg.

 

Aufruf zur Demo gegen die Messe “Reiten, Jagen, Fischen”:

Wie jedes Jahr findet auch dieses Jahr am 24. März 2012 eine Demo gegen die Messe “Reiten – Jagen – Fischen” in Erfurt statt. Die Demonstration wird 12:30 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz beginnen (also am besten 12 Uhr schon kommen) und durch die Stadt führen. Dort werden wir vor verschiedenen Geschäften, die mit Tieren Profit machen, Zwischenstops einlegen und durch Redebeiträge der Öffentlichkeit zeigen, dass wir nicht gewillt sind Tierausbeutung und Naturzerstörung hinzunehmen und somit auch für ein friedliches Zusammenleben auf der Erde eintreten. Am Ende geht es hoch zur Messe, wo dann noch einmal eine Kundgebung stattfinden wird.

Für den Demozug und das Demoende auf dem Messegelände würden wir uns freuen, wenn sich Leute finden, die diesen Protest mit Redebeiträge und kreativen Aktionen unterstützen.

Hintegrund: Seid vielen Jahren findet in Erfurt die Messe “reiten,jagen,fischen” statt, indem dort
Jäger, Angler und sogenannte Pferdeliebhaber sich treffen, um ihre Trophähen zu kühren, sich mit neuen Waffen einzudecken und es in einer Volksfeststimmung zu zelebrieren.
Grund genug um ihr Hobby und Naturschutz, als was sie es tarnen, ins Licht der Öffentlichkeit zu ziehen und zu zeigen, was es wirklich ist: Nämlich nichts weiter als “die Erfurcht vor dem Leben”, wie es Albert Schweizer ausgedrückt hat, mit den Füßen zu treten, Beute zu machen und Herrschaft über Tiere und Natur auszuüben.

Mehr Informationen findet ihr unter: reiten-jagen-fischen.info

Das nächste öffentliche Plenum der Antispe Freiburg findet kommenden Monat an dem zweiten Donnerstag des neuen Jahres statt.

Das bedeutet: am 12.01.2012, ab 20 Uhr, in der KTS Freiburg/Oberwiehre.

Wir freuen uns auf euer Kommen und auf eure Beteiligung!

Für die Befreiung von Mensch und Tier.

Antispeziesistische Aktion Freiburg.

Emanzipatorische Menschen der Tierbefreiungsbewegung haben bereits mit ihrer deutlichen Distanzierung von der PeTA-Kampagne “Der Holocaust auf Ihrem Teller” die Verwendung von Begriffen und Vergleichen, wie “KZ” oder “Holocaust”, um Tierleid zu skandalisieren, kritisiert.

[...]Ihr seid doch alle Heuchler,ihr esst jeden Tag Tier-KZ Produkte vom huhn,kuh,schwein im döner,mäc,aldi etc,scheißt dabei auf eure moral(weils billiger und bequemer ist)und wenn es um süße hunde geht wird wider rumgeflennt…!!!

Die Diskussion, die durch einen Beitrag eines KTS-nahen “Haus-DJs” in einem sozialen Netzwerk ruft erneut die Debatte auf den Schirm, die innerhalb der emanzipatorischen Tierbefreiungsbewegung bereits geführt wurde. Hier ging es um die PeTA-Kampagne “Der Holocaust auf Ihrem Teller”, doch die leichtfertige Verwendung mit der Absicht zu Provozieren und um auf Tierleid aufmerksam zu machen bedarf allen Anscheins nach einer weiteren Auseinandersetzung und Debatte. Anhand vier Absätze aus der Erklärung der AG des Tierbefreiungstreffens in Hamburg wollen wir das Statement zu Verwendung von KZ-Vergleichen mit unserer Einschätzung der aktuellen Situation auffrischen, und dabei auch auf das Problem für die Tierbefreiungsbewegung eingehen:

(1) Der von PETA angestellte Vergleich der Shoah mit der sytematischen Ermordung von Tieren in Schlachthöfen trennt die Verbrechen der Deutschen während Nationalsozialismus von ihrem historischen Zusammenhang. Dieser Zusammenhang soll hier kurz erläutert werden, um unsere Kritik an dieser Form der Enthistorisierung zu verdeutlichen. In Deutschland entwickelte sich im späteren neunzehnten Jahrhundert eine neue Form des Antisemitismus, die in der historischen Tradition jahrhundertelang innerhalb der gesamten christlich-westlichen Zivilisation vorherrschenden Antijudaismus steht. Dieser neue, eliminatorische Antisemitismus projiziert alle negativen Erscheinungen des erstarkenden Kapitalismus auf Jüdinnen und Juden, weist ihnen eine Schuld für sämtliche Auswirkungen der neu entstandenen industriellen Ordnung zu, die die bislang etablierte vormoderne Gesellschaftsordnung ablöste, und sucht ihrer durch Vernichtung Herr zu werden. Im antisemitischen Weltbild wird „den Juden“ eine große Macht zugesprochen. Sie werden als die im Hintergrund wirkenden entwurzelten Kräfte gesehen, die die Fäden der Weltgeschichte in der Hand halten. Sie stehen in dieser Ideologie sowohl hinter den kapitalistischen wie auch den sozialistischen Mächten, verkörpern also in beiden Varianten die unbegriffene abstrakte Seite der Moderne, die an ihrer Person konkret vernichtet werden soll. Deswegen ist die Ausrottung der Jüdinnen und Juden für den Antisemiten auch nicht Mittel zum Zweck, sondern Zweck an sich.

So sei nach den Worten der Tierbefreienden der:

(2)[...] wesentlicher Unterschied zwischen der Vernichtung der Jüdinnen und Juden durch den Holocaust und der Ermordung von Tieren in den Schlachthöfen deutlich. Die Schlachthöfe funktionieren nach einem ökonomischen Prinzip. Die Hühner, Kühe, Schweine, etc. sollen nicht vernichtet werden, aus ihnen/durch sie soll Wert produziert werden. Ihre Tötung ist nicht Zweck an sich, sondern der Zweck ist die Produktion von Fleisch, die Produktion von „Nahrung“ für die Menschen. Doch nicht nur aufgrund des analytischen Unterschiedes und des faktisch falschen Vergleichs zwischen Shoah und Schlachthaus ist die PETA-Kampagne nicht tragbar. Wir leben in einer Gesellschaft, in der Antisemitismus aus den Köpfen der Menschen noch keinesfalls verschwunden ist, sondern sich in einem sekundären Antisemitismus manifestiert. Dieser zeigt sich in Deutschland vor allem in Form einer Verdrängung der Schuld, einer Relativierung der Geschehnisse während des Nationalsozialismus und in der modernen Tarnung des Antizionismus. Eine Instrumentalisierung des Holocaust aus werbestrategischen Gründen, wie sie PETA praktiziert, trifft auf genau diesen Boden und kommt dem deutschen Bedürfnis nach einer Entsorgung der Vergangenheit entgegen.

Der Geschichts-relativierende Charakter von KZ-Vergleichen wurde von den Tierbefreiend verdeutlicht. Die Bedeutung der historischen Singularität des Holocaust in der Geschichte wurde vor dem Hintergrund des Antisemitismus in Deutschland bestätigt und die Gefahr, die solche Vergleiche bergen, sollte kritischen Leser_innen  bewusst geworden sein. Unsere Kritik an der Wortwahl und an KZ-Vergleichen richtet sich nicht gegen Personen als Individuum. Wir sehen diese Situation stellvertretend für Bezüge von Einzelpersonen und Gruppen, die mit durchaus kontroversen Mitteln versuchen die Widersprüche in der speziesistischen Gesellschaft aufzuzeigen. Das der Zweck jedoch nicht die Mittel heiligt halten wir nicht für eine bloße Binnenweisheit. Vielmehr ist es ein hohes Maß an (Selbst-)Reflektion, welches viele Menschen dazu bewegt hat die Tierbefreiung zu einer emanzipatorischen Bewegung zu formen. Welche Auswirkungen solche Vergleiche haben können, zeigt sich auf, wenn auf den anthropozentrischen Ansatz der Kritik an der PeTA-Kampagne eingegangen wird:

(3) [...]Ein Großteil der derzeitigen Kritik an der PETA-Kampagne enthält wenig Auseinandersetzung mit der Singularität der Shoah. Anstatt diese herauszustellen und auf die Historizität des Vernichtungs-Antisemitismus zu verweisen, dessen ideologisches Fundament sich – wie oben dargestellt – grundlegend von dem der Degradierung, Verachtung und Ausbeutung von Tieren unterscheidet, wird nicht selten versucht, das Bild des Menschen in der Unterscheidung zu Tieren zu bewahren. Nicht die Einzigartigkeit des Holocaust wird in den Mittelpunkt gestellt, sondern die Einzigartigkeit des Menschen. Die Reaktion der Medien ist bislang einhellig: „Kadaver toter Schweine” dürfen nicht gleichzeitig mit einem „Leichenberg” auf Plakaten erscheinen, ist in der Jungle World (Nr.50, 3.12.03) zu lesen. Die TAZ beschwert sich darüber, dass es für die Mitglieder von PETA „keine Unterschiede zwischen Mensch und Tier“ gibt. Spiegel-Online (vom 14.11.03) hält die PETA-Kampagne für schlicht „menschenverachtend”. Eine derart verkürzte Kritik geht am eigentlichen Thema des Vergleiches von eliminatorischem Antisemitismus in NS-Deutschland und der institutionellen Gewalt sowie dem industriellen Mord an Tieren vorbei. Darüber hinaus wird die Unterdrückung von Tieren innerhalb der gesellschaftlichen Herrschaftsverhältnisse nicht thematisiert. Was zu stören scheint, ist das In-Bezug-Setzen von Gewalt gegen Tiere und Gewalt gegen Menschen. PETAs plakative Gleichsetzung der äußerlichen Phänomene von Shoah und Schlachthofgesellschaft erzeugt im anthropozentrischen Geist eine Kränkung des menschlichen Selbstbildes. Der aktuelle Diskurs bedient also hauptsächlich die öffentliche Empörung, die durch den Schock der Thematisierung des Massenmordes an Tieren ausgelöst wird.

Es ist ersichtlich, dass die provozierende Verwendung von Begriffen, die die historischen Geschehnisse mit der aktuellen Tierausbeutung vergleichen, kontraproduktiv für die sein kann, denen Tierbefreiung wichtig ist. So bleibt der Prozess der Aufklärung nach der Provokation oft stehen, denn die Oberflächenkritik, z.B. an der Tier-Mensch-Gleichsetzung von PeTA, die dadurch erzeugt wird, kann eine ausgiebige Auseinandersetzung mit Tierausbeutung in der kritischen Öffentlichkeit verhindern. Die Untragbarkeit und Perversität mit der die Tierausbeutungs-Industrie ihr Geld verdient und die radikale Kritik an den Verhältnissen und an der speziesistischen Gesellschaft, die diese Industrie trägt und legitimiert, sollte eigentlich notwendig sein. Dennoch treten die wirklichen Belange in Diskussionen, die durch antisemitischen, oder sexistischen Inhalt hervorgerufen werden, oft in den Hintergrund. Eine längst fällige Selbstkritik und Selbstreflektion der (Ess-)Gewohnheiten – auch in weiten Teilen der Linken – könnte dadurch erschwert werden, da sich die Betroffenen in ständiger Erklärungsnot zu glauben wissen. KZ-Vergleiche und ähnliches sollten Menschen keine Möglichkeit geben, die Tierbefreiungsbewegung als anti-emanzipatorisch, antisemitisch und irrsinnig vor zu verurteilen und ihre Belange weniger in eine Selbst- und Gesellschaftskritik einzubeziehen. Diese Entwicklung wäre entgegen unserem Willen, und wir sehen uns als Teil dieser Bewegung, die eine kritische Auseinandersetzung als Voraussetzung dafür sieht, die bestehenden Verhältnisse ändern zu können:

(4) Eine Kritik an den tierfeindlichen Verhältnissen dieser Gesellschaft sollte sich darauf konzentrieren, das Wesen von Tierausbeutung zu analysieren, anstatt ihre Phänomene zu vergleichen. Ziel der Tierbefreiungsbewegung muss stets auch eine umfassende Analyse der gesellschaftlichen Verhältnisse sein, mit dem speziellen Augenmerk auf die Verwobenheit des Speziesismus mit anderen Macht- und Herrschaftsformen. Als speziesistisches Grundprinzip sehen wir die dualistischen Konstruktionen von „der Mensch“ und „das Tier“ und die Zuschreibungen, die diesen scheinbar gänzlich unvereinbaren Kategorien anhaften. So werden Gemeinsamkeiten negiert und Unterschiede überbetont. Diese Logik greift auf ein grundlegendes binäres Denkmuster zurück, das ein wesentliches Merkmal abendländischen Denkens ist. Dass diese Logik den gesamten Kulturkreis durchzieht, und deshalb in der Analyse mit anderen Herrschaftsformen zu verbinden ist, lässt sich an weiteren Dualismen erkennen, die in ihrer sozialen Konstruktion dem Mensch/Tier-Dualismus ähnlich sind und zum Teil auf ihn verweisen: Mann/Frau, Kultur/Natur, Vernunft/Instinkt, Geist/Körper, etc. Die Befreiung der Tiere aus dem gesellschaftlichen Unterdrückungsverhältnis bedeutet für uns eine grundsätzliche Kritik an ihrer Verdinglichung und die Beendigung ihrer Nutzung. Die alltägliche Ausbeutung, Unterdrückung und Ermordung von Tieren durch die menschliche Gesellschaft spricht für sich selbst und bedarf keiner Skandalisierung. Ihre Abschaffung muss Grundbedingung einer wahrhaft emanzipierten Gesellschaft sein. Als Tierbefreiungsbewegung, die sich diesem Gedanken verpflichtet fühlt, lehnen wir PETAs Ansatz und den Vergleich mit dem Holocaust grundsätzlich ab.

Wir teilen diese Einschätzung einiger Tierbefreienden. In diesem Kontext wollen wir erneut betonen, dass wir uns ebenfalls gegen jegliche Form von Herrschaft und Ausbeutung stellen und uns von derartigen Vergleichen, die die Grausamkeit der Menschen- und Tierverachtenden Verhältnissen verschleiern könnten, in unserer Orientierung nicht ablenken lassen. Denn diese Vergleiche tragen letztendlich ihren Teil dazu bei, den status quo der speziesistischen Herrschaft zu erhalten, da sie eine kritische Auseinandersetzung in der Öffentlichkeit erschweren. Sie bedienen lediglich eine reformistische Lobby, wie z.B. der Tierschutz- und Tierrechtsorganisationen wie PeTA, deren Mittel der politischen Arbeit wir nicht wählen, um eine befreite Gesellschaft für Menschen und für nichtmenschliche Tiere zu erreichen. Eine deutlich linksradikale und emanzipatorische Positionierung der Tierbefreiungsbewegung sollte auch in Anbetracht der Aussetzer dieser Bezüge jedoch nicht in Frage gestellt werden.
Wir sind gegen Geschichtsrelativierung und dafür die verschiedenen Ausbeutungsformen bei ihren Namen zu nennen, sie zu analysieren, um sie dann gemeinsam anzugreifen und abzuschaffen. Es ist nicht in unserem Sinne, wenn mit womöglich antisemitischen Phrasen, oder sexistischen Motiven, auf Tierausbeutung aufmerksam gemacht wird. Unserer Einschätzung nach gibt es weitaus sinnvollere Mittel und Wege Aufmerksamkeit für diese Thematik zu erlangen und dabei eine gesamtkritische Debatte zu führen. Kurzum:

Wir wollen Gräueltaten nicht miteinander gleichsetzen, sondern sie alle verhindern.

Gegen Antisemitismus und für Tierbefreiung!

Antispeziesistische Aktion Freiburg.

 

In den USA hat sich in den 70er Jahren eine eigenständige black feminist Bewegung etabliert, weil der Mainstream der weißen Feministinnen zu ganz anderen und sogar gegensätzlichen Forderungen kamen. Das lag vor allem daran, dass die weißen Frauen aus höheren Schichten kamen als die schwarzen und so Diskriminierungen aufgrund der sozialen Herkunft und der Hautfarbe irgnorierten. Die schwarzen Feministinnen  erweiterten also ihren Ansatz der Kritik an Seximus um Rassismus und classism (dt. manchmal Sozial-Rassismus genannt). Dieser Ansatz wurde unter dem Namen “tripple oppression” bekannt.
Während dieser Ansatz sich auf drei  Unterdrückungsformen beschränkte, begann in den 90ern in der Wissenschaft der weitreichendere Begriff “Intersektionalität” zu boomen. Dieser leitet sich von intersection also “Kreuzung” ab, und ist eine Metapher der Juristin Kimberlé Crenshaw (1989/2010). Es geht darum, mehrere Unterdrückungsformen und Ausgrenzungsideologien zu untersuchen, die sich überschneiden können, ineinander verwoben sind und sich gegenseitig beeinflussen. Zu den bereits angesprochenen kommt beispielsweise Ausgrenzung aufgrund von Behinderungen, Religionszugehörigkeit, Alter, sexuelle Orientierung usw.

Seit den 90ern wird Versucht die Ausbeutung der Tiere als eine dieser Unterdrückungsformen neben den vielen anderen zu analysieren. Dazu gibt es in der klassischen politischen Literatur viele Ansatzpunkte. Bereits Rosa Luxemburg hat in ihren Briefen immer die Ausbeutung von Tieren mit der Situation der Arbeiter_innen oder ihrer eigenen im Gefängnis verglichen (mehr dazu auf der Homepage der Antispe Tübingen: www.asatue.blogsport.de/). Der Internationale Sozialistische Kampfbund, der Widerstand gegen die Nazi organisierte, berücksichtigte auch die patriachale Herrschaft innerhalb der  Arbeiterschaft und die Herrschaft über die Tiere. Max Horkheimer beschrieb in seinem Text “Wolkenkratzer” die Ausbeutungshierarchie, wo Tiere unterhalb aller Menschen die schlimmste Ausbeutung erleben müssen. Auch in Adornos Schriften lassen sich Ansätze finden, wie Herrschaft über die Natur und Tierausbeutung zur Herrschaft über Menschen, zu Rassismus und Antisemitismus beitragen (mehr auf der Textspalte der Homepage der TAN: www.tierrechts-aktion-nord.de). Sowohl im Forschungsbereich der im englischsprachigen Raum bereits etablierten human-animal-studies als auch von linken und herrschaftskritischen Tierrechtsgruppen wird die Ausbeutung der Tiere mithilfe des Begriffes “Speziesismus” beschrieben und in einen kapitalismus- und herrschaftskritischen Kontext gestellt. Politische Tierrechtsgruppen oder herrschaftskritische Gruppen die ihre Kritik auf Tiere und Natur ausweiten, verwenden Speziesismus als Bezeichunung der Ideologie der Ausbeutung und Unterdrückung von Tieren, wo diese nicht für
die Existenz des Menschen notwendig sind.

So können sie wie andere linke Gruppen auch eine progressive Politik machen und gleichzeitig für Tierrechte oder Tierbefreiung kämpfen. Wie es die klassische linke Literatur häufig aufzeigt, kann der Kampf gegen die Ausbeutung der Menschen sogar bereichert werden, indem die Ausbeutung der Tiere einbezogen wird.

Die Diskussion um Intersektionalität ist für linke Tierrechtsgruppen und herrschaftskritische Gruppen mit einem Anspruch, der auf Tiere ausgeweitet ist, ein wichtiger Ansatz, da Speziesismus neben allen anderen Ausbeutungs- und Unterdrückungsideologien analysiert und bekämpft werden kann. Die Intersektionalität verhindert dabei eine menschenfeindliche Positionierung, welche unter einigen Tierrechtsgruppen leider immer wieder vorkommt.

Vortrag von Andre Gamerschlag:

Montag, 24.10.2011 um 19 Uhr

Universität Freiburg

Platz der Universität 3

KG 1 Raum 1132

 

Der Referent:

Andre Gamerschlag ist Sozialwissenschaftler mit Zusatzqualifikation für und Hauptausrichtung auf transdisziplinäre Gender Studies und arbeitet derzeit am Institut für Soziologie der Leibniz Universität Hannover sowie als freiberuflicher Mitarbeiter im Consulting für qualitative Sozialforschung.
Er ist seit 2004 Aktivist in der Tierrechtsbewegung und befasst sich seither mit Human-Animal Studies. Zwischen 2006 und 2010 studierte er Intersektionalität bei Prof. Dr. Gudrun-Axeli Knapp. Darüber hinaus befasst er sich mit Methoden der qualitativen Sozialforschung sowie mit Gesellschaftstheorie, Ungleichheitsforschung, Diversity Studies, Sexualforschung (inkl. Kritischer und queerer Pornografieforschung) und Suchtforschung.

Literatur:

Gamerschlag (2009): Einheit der Unterdrückung und (Über-)Kreuzungen.
Theoriegeschichtliche Aspekte des Unity of Oppression-Ansatzes und forschungsprogrammatische Überlegungen der aktuellen Diskussion um Intersektionalität. In: Tierbefreiung. Das aktuelle Tierrechtsmagazin, H.65. S.50-52.

Gamerschlag (2010): Unity Of Oppression, Intersektionalität und Tiere.
Gemeinsamkeiten von Speziesismus und zwischenmenschlichen Herrschaftsverhältnissen. In: Tierbefreiung. Das aktuelle Tierrechtsmagazin, H.66. S.54-56.

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